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aktueller Flyer für Gaiatree Yoga & Vipassana Zentrum Birkenhof

 
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Yoga - Lehrer in Indien ... Sachsenspiegel berichtet im Dezember 2015

 
08.03.2016
 

Indiens Schulen: MDR berichtet über unser Projekt in Gopinathpur

MDR berichtet ...
 
 
05.05.2016
 

 
 
14.05.2014
 
 

Gaiatree- Yoga ist für Jeden.

Egal ob Sie krank oder schwach, jung oder sogar sehr alt sind, unabhängig von ihrem Glauben und ihren Überzeugungen, Geschlecht, Nationalität oder sozialer Herkunft. Sie können Erfolg mit Yoga haben, wenn Sie fleißig üben. Wenn Sie neu sind im Yoga, Willkommen! Yoga kann Ihr Leben verändern. Wenn Sie krank sind, kann es Ihnen helfen, sich besser zu fühlen. Sind Sie depressiv, ängstlich, ständig müde, oder abhängig? Leiden Sie unter Rückenschmerzen? Durch Yoga können Sie auf Besserung hoffen. Auch Menschen mit chronischen Problemen wie Arthritis, Diabetes, Multiple Sklerose, Bluthoch oder -niedrigdruck kann regelmäßiges Üben helfen, besser zu leben. Im Yoga haben wir eine andere Auffassung von Gesundheit als die westliche Medizin. Der ganzheitliche Ansatz bezieht das emotionale Wohlbefinden, die geistige Belastbarkeit, Freude und spirituelles Wachstum mit ein. Wir arbeiten auf geistiger Ebene und es wirkt auf den Körper. Sie dehnen und stärken Ihre Muskeln und das wirkt sich auf die Durchblutung, Verdauung und Atmung aus. Sie beruhigen und stärken das Nervensystem.
Gaiatree-Yoga als therapeutischer Yoga.

Das ist nicht das Gleiche wie ein üblicher Yoga-Kurs. In der Tat, wenn Sie ein ernstes medizinisches Problem haben und gehen in einer zufällig gewählten Yoga- Klasse, könnte es Ihnen danach durchaus schlechter gehen als zuvor. In gewisser Weise kann therapeutisches Yoga eher wie ein Termin bei einem Physiotherapeuten oder Reha-Spezialist gesehen werden, weniger als ein Yoga-Kurs als solches. Für Menschen mit schweren Erkrankungen ist Yoga-Therapie im Allgemeinen eine Einzelstunde oder wird in kleinen Gruppen unterrichtet.
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14.05.2014

In einer Serie in der Sächsischen Zeitung berichtet Mike Wohne aktuell aus Indien. Hier sind alle Artikel.

 

Anantas Traum von einem besseren Orissa

Es war Anfang Oktober 2009. Ein Autokonvoi fährt in Vishwaneedam vor. Twinkle, Anantas Frau, erinnert sich noch ziemlich genau daran. Sie war allein mit Evan ihrem Sohn und Ramprasad und mit der Vorbereitung des Essens beschäftigt. Erst vor wenigen Wochen waren sie aus der südindischen Metropole Bangalore hier her in den Nordosten Indiens gekommen und hatten die Community, zusammen mit Mahadev und seiner Frau, begründet. Hier wollten sie ihren Traum von einem besseren Orissa verwirklichen. Umso mehr war sie über den unerwarteten Besuch überrascht. Ein gut gekleideter Mann, Mitte dreißig, grüßte mit zusammen gefalteten Händen, „Namaskar“. Er stellte sich ihr als Mister Pradeep Majhi, Mitglied des indischen Parlamentes, vor. Wegen Ramprasad sei er gekommen.
 
 
18.08.2011
 

 
 
 
04.11.2011

Durga Puja - Indiens Frauenpower

Tausende von Pilgern, Neugierigen und Touristen füllen die Grandroad vor dem Jaganath- Tempel in Puri, an der Küste Orissas. Es ist der Letzte von zehn ereignisreichenTagen, mit dem die Hindus im Norden Indiens den siegreichen Kampf Durgas, der achtarmigen Göttin der Vollkommenheit, über den Büffeldämon Mahisasura zelebrieren. Noch bevor die Sonne aufgeht, werden die Anhänger in einer prunkvollen Prozession zum Strand ziehen und die zuvor in wochenlanger akribischer Arbeit kunstvoll gestalteten Götterstatuen dem bengalischen Meer übergeben. Damit symbolisieren sie die Vergänglichkeit des irdischen Lebens und den Beginn für Neues. Heutzutage geht die Bedeutung der Durga Puja weit über den religiösen Aspekt hinaus und ist ein gesellschaftliches Ereignis im Jahreslauf der Inder. Überall auf den Straßen, in Einkaufszentren und Wohngebieten in den Städten und Dörfern wird das Treiben der Dämonen, die Ankunft der Götter und schließlich der überirdische Kampf Durgas, bei dem sie dem Mythos nach mit den Füßen die Erde und mit dem Kopf den Himmel berührte und mit ihren 1000 Armen das Universum durchdrang, nachgespielt und getanzt. Brahmanen (hinduistische Priester) rezitieren allabendlich Mantras - in Versen gefasste Gebete - und sprechen heilige Formeln. Zu den speziell dafür hergerichteten Altären und Bühnen aus Stoff, Bambusstangen und Tüchern kommen überwiegend Frauen in neu gekauften Saris.
Es ist ihre Zeit! Durga – auch als Mahadevi – große Göttin oder Allmutter verehrt, hat als einzige Göttin im Hinduismus keine männliche Entsprechung. So verkörpert sie für viele Inderinnen auch den Wunsch nach Freiheit, mehr Selbstvertrauen und Entschlossenheit. Eigenschaften, wie sie heute nur selten in der von Männern dominierten indischen Gesellschaft zu finden sind. Die Rolle der Frau – wie alles in diesem riesigen Land – ist regional sehr unterschiedlich. So ist in den großen Metropolen durch den westlichen Einfluss und höhere Bildung eine Gleichberechtigung der Geschlechter im Ansatz erkennbar. Junge Frauen kleiden sich selbstbewusst und modern und genießen sichtbar den öffentlichen Auftritt. Liebeshochzeiten sind keine Ausnahme und junge Paare gehen Arm in Arm auf dem Connaught Platz in Delhi spazieren. Aber schon auf der Zugfahrt von Delhi nach Orissa hat der Reisende den Eindruck, sich in einer frauenlosen Gesellschaft zu bewegen, wenn nicht an den zahlreichen Baustellen schmächtig–graziöse, in farbenfrohe Saris gehüllte Körper Sand und andere schwere Baustoffe auf ihren Köpfen von A nach B balancieren würden. Auf den Märkten und Straßen in den Dörfern das gleiche Bild. Überall Männer als Schneider, Barbier, Verkäufer, Anwalt, Arzt oder Lehrer. Sie sind die Ernährer, bringen das Geld nach Hause und beherrschen das gesellschaftliche Leben in Indien.
Mädchen gelten bis heute als minderwertig. Solange sie nicht verheiratet sind, werden sie als Last empfunden und müssen im Haushalt hart mit arbeiten. Die ehelichen Pflichten einer Frau sind erst dann vollends erfüllt, wenn sie einen Erben geboren hat. Während die Jungen von den Eltern hofiert werden, stehen die heranwachsenden Mädchen oft am Rand der Gesellschaft. Mit dem Tag der Hochzeit verlassen sie schließlich das vertraute Elternhaus und ziehen zur Familie des Mannes, wo sie sich den dortigen Gepflogenheiten unterzuordnen haben. In den lokalen Zeitungen finden sich nicht selten Todesanzeigen von jüngeren Frauen, die auf mysteriöse Weise umgekommen sind. So auch in unserem unmittelbaren Umfeld. Vor einem Monat erreichte uns die Nachricht, dass die Frau von Anus Bruders (Anu lebt in unserer Community), der erst im Mai geheiratet hatte (Bericht in der SZ), Selbstmord begangen hat. Sie war schwanger und erwartete zum Jahresende ein Kind. Ihr Ehemann ist seit dem im Gefängnis. Die wahre Todesursache wird wohl niemand jemals erfahren.
In unserer Gaiatreeschool sind auch noch zwei Tage nach Beendigung der Puja Ferien, da es Tradition in ganz Orissa ist, dass die Ehefrauen während der Festtage mit ihren Kindern ihr Elternhaus besuchen. Eine willkommene Abwechslung im Alltag. Mit den täglichen Ritualen, den stillen Gebeten, den Mantras und verschiedenen Pujas werden sie für das kommende Jahr gesegnet. Am zehnten und letzten Tag, auch Vijaya – Tag des Sieges – genannt, schwenken sie dann die Butterlampe im Antlitz von Durga. Der Brahmane bestreicht ihre Stirn mit Sindur, einem roten Puder, und bittet sie im nächsten Jahr wieder zu kommen. Dabei wünscht er ihnen ein „Glückliches Vijaya“.
 
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04.11.2011

Leh – dem Himmel ein Stück näher

Die kleine Maschine der indischen JET Airways hebt pünktlich um halb sieben vom neuen Terminal 3 in New Delhi ab. Irgendwo hinter den massigen Monsunwolken geht gerade die Sonne auf. Wie schon im vergangenen Jahr fliehen wir vor dem Regen in Orissa. Der anderthalbstündige Flug über die Gebirgsketten des Himalajas hinauf auf 3500 Meter nach Leh, der größten Stadt der nördlichsten Provinz Indiens – Ladakh - gehört zu den atemberaubendsten auf der ganzen Welt. Die schneebedeckten Gipfel der ersten 7000er scheinen fast die Flügel unserer Boeing zu berühren. Wir trösten uns mit der Tatsache, dass nur speziell ausgebildete Piloten diese Strecke fliegen dürfen, da der Landeanflug auf Leh als besonders schwierig gilt. Die Blicke aus dem Fenster auf das grüne Tal des Indus rufen in mir die schlimmsten Erinnerungen hervor. Dabei schlängelt er sich friedlich, fast unschuldig durch die wüstenähnliche Moränenlandschaft. Regen gibt es hier für gewöhnlich nicht, da sich der Monsun an den ersten Gebirgsketten für normal ergießt.
Kaum vorstellbar, was sich vor genau einem Jahr, zeitgleich zu dem Hochwasser an der Neiße, hier abgespielt hat, als sich der Indus und seine aus den Bergen kommenden Nebenarme in reißende Ströme verwandelten und alles Leben unter sich verbargen. Die zuvor tagelang anhaltenden Gewitterregen ließen so metergroße Felsgesteine wie Luftballons rollen, die Schlammfluten von den Berghängen rissen Häuser und ganze Dörfer mit sich, alle Zufahrtsstraßen wurden von dem Geröllschutt zerstört und schnitten die gesamte Region für mehrere Wochen von der Außenwelt ab. Mehr als 500 Menschen kamen in den Fluten um, zehntausende verloren alles, was sie zuvor ihr Eigen nannten. Besonders betroffen waren die Exiltibeter um das kleine Dorf Choglamsa. Hier konnten wir den Betroffenen helfen und schaufelten mehrere Tage den Schlamm aus den noch übrig gebliebenen Häusern. Am Tag unseres Abfluges Mitte August letzten Jahres besuchte der indische Premierminister die Provinz und gab sein Wort, dass jeder Betroffene zum Winterbeginn ein Dach über dem Kopf haben wird. Wir waren skeptisch, da Überreibung und Selbstüberschätzung in Indien als Kavaliersdelikt gelten und so eine Art Volkskrankheit sind. Sollten wir diesmal eines besseren belehrt werden?
Mit uns in der Maschine sitzen Annett und Kristin mit ihrer Tochter, zwei Lehrerinnen aus der Schkola. Auf sie wirken unsere Berichte unglaublich, ja irreal. Erst als wir uns die Bilder von der Katastrophe anschauen, erahnen auch sie das Ausmaß dieser Naturgewalten. Gemeinsam werden wir uns die Orte des Geschehens ansehen. Unsere Fahrt führt uns aber als erstes zu Nurboo und seiner Familie. Sie leben von den Einnahmen ihres kleinen Gästehauses, und verkaufen während der Erntezeit das frisch geerntete Gemüse aus ihrem Garten auf dem Markt in Leh. Bei Ihnen haben wir die meiste Zeit gewohnt und teilten unser Schicksal in Tagen der Flut. Sie waren es, die uns in der Nacht des 7. August ein Jahr zuvor auf den nahe gelegenen Berg mit der Shanti-Stupa schicken, da sie eine Vorahnung hatten. Kurz darauf verwüstete der kleine Fluss Chanspa den gesamten Garten und bedeckte ihn mit seinem Schlamm. Teile des für Ladakh typischen Lehmhauses wurden weggespült und machten es unbewohnbar. Ein Jahr haben wir nichts voneinander gehört, obwohl wir Karten und Briefe mit Fotos schickten.
Nurboos Mutter fällt uns um den Hals, bietet uns Tee an und zeigt uns schließlich stolz ihre Schrankwand mit unserem eingerahmten Familienfoto. Es ist als wären wir niemals weggefahren. Tränen fließen und wir liegen uns in den Armen. Die Schäden am Haus sind alle beseitigt, der Garten grünt wieder als ob nichts gewesen wäre. Nurboos Papa berichtet, dass große Bulldozer kamen, Helfer von der Regierung unterstützen die Familie beim Aufbau des zerstörten Hauses, der aus dem Bett geratene Fluss wurde wieder dorthin zurück gelenkt. Die Familie hat 1 Lakh Rupie (zirka 1600 Euro) als Entschädigung von der Regierung bekommen. Das ist mehr als sie sich jemals erträumt hatten. Für ladakhische Verhältnisse ein Vermögen. Sie haben das ganze Geld gar nicht gebraucht, so berichte er stolz. Wir freuen uns mit ihnen und beziehen unser Zimmer wie im letzten Jahr. Von unserem Fenster aus blicken wir auf den Shanti-Stupa. Wir sind glücklich wieder in Ladakh zu sein, dem Himmel ein ganzes Stück näher.
 
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15.05.2011

Wenn der Eismann kommt…

Der Abschlusskreis in unserer Gaiatreeschool ist noch nicht zu Ende, da beginnt Swadim, unser kleiner Zappelphilipp, schon auf seinem Hintern hin und her zu wackeln. Als dann das alles erlösende OM ausklingt, sind auch die anderen Kinder außer Rand und Band. Ich kann die Aufregung noch nicht verstehen, offensichtlich haben die Kinder etwas bemerkt, was meinen Ohren bis dahin verschlossen blieb. Kurz vor Schulende, wenn die Sonne fast im Zenit steht und die Temperaturen mittags die 40 Grad-Grenze überschreiten, darf er nicht fehlen. Der Eismann. Für einen Moment bin ich Kind, sehe mich wieder in der Schulbank und kann die Freude der Kinder nachempfinden. Die indische Version des Eismannes radelt ökologisch korrekt mit dem Fahrrad.
Wenn er seine tägliche Runde durch die umliegenden Dörfer macht, kommen schon mal gut dreißig Kilometer zusammen, weiß er mir stolz zu berichten. Auf dem Gepäckträger steht ein etwas heruntergekommener, leicht rostiger Blechkasten und rechts und links tropft es orange- grün-blau aus den fingerbreiten Ritzen. Die Kinder stürzen sich indes auf ihn, reißen ihn fast um und es herrscht tosende Aufregung, als er den Blechdeckel nach oben klappt. Der Eisverkäufer selbst - ein wirkliches Original - lässt mich schmunzeln. Den Hals und das Gesicht eingemummelt in einen dicken Schal wie im tiefsten Winter und wie zum Trotz dazu eine riesige Sonnenbrille auf der Nase, lächelt er fast zahnlos, als ob er sich der Kuriosität seines Äußeren bewusst sei. Egg, tho, thin ... Eins, zwei, drei Bündel Eis reicht er den Kleinen, die das Innere des Blechkastens nicht sehen können. Die Kinder wissen, dass sie das Eis schnell vertilgen müssen, bevor es ihren in den Händen zerrinnt. Wir probieren es ebenfalls, auch wenn wir uns der Gefahr des halbgefrorenen Zuckerwassers für europäische Mägen bewusst sind. Die Eltern der Kinder warten derweil am Eingang der Schule. Heute ist ihr letzter Schultag vor den Sommerferien.
Ein Jahr Gaiatreeschool liegt nun hinter uns. In einer ersten Feedbackrunde sammeln wir gemeinsam Gedanken dazu. Der Schulstart vor einem Jahr war verregnet, wir waren unsicher, ob unser Konzept der Altersmischung und des offenen Unterrichts auch hier aufgeht, unserer Lehrer bereit und fähig sind so viel Neues zu lernen und die Eltern uns die Treue halten werden. Auch die Finanzierung war unsicher. Ein Jahr danach können wir sehen, dass unsere Vision schrittweise in Erfüllung geht. Die Zahl der Anmeldungen ist deutlich höher als unsere Kapazität. Babloo und Sadananta werden im neuen Schuljahr einen richtigen Arbeitsvertrag erhalten. Sie sind glücklich, nun ein regelmäßiges Gehalt von 2000 Rupie im Monat (35 Euro) zu bekommen, wissen aber auch, dass sie dafür hart arbeiten müssen. Sechs Tage die Woche jeweils neun Stunden, und wenn nötig wird sonntags zusammen die nächste Woche vorbereitet. Nicht nur das Unterrichten gehört zu ihren Aufgaben. Es wird jede Hand gebraucht, wenn der Bau vorangeht, das Dach undicht ist oder das Gelände sauber zu halten ist. Einen Hausmeister wollen wir uns noch nicht leisten und außerdem steht ihnen auch noch Rita, unsere indische Praktikantin, zur Seite. Im Juni wird die bestehende Lerngruppe mit 11 neuen Kindern von drei bis fünf Jahren aufgefüllt. Wir suchen dafür noch Paten in Deutschland und Indien. Mehr Informationen dazu gibt es auch auf www.gaiatreeschool.org .
Der letzte Schultag war für alle ein ganz besonderer. In unserer Heimat war Karfreitag. In Indien wird der Beginn des Osterfestes nicht nur von den Christen zelebriert, sowie auch Ramadan nicht ausschließlich den Moslems zum Fasten vorbehalten ist. Im Land der Religionen, unzähligen Kulturen und tausend Götter werden die meisten Feste gemeinsam gefeiert und im Grunde ist das ganze Jahr Feiertag. Häufig dreht sich dann alles ums Essen, es werden Freunde eingeladen und man geht in den Tempel, um die Götter positiv zu stimmen. Unsere Kinder haben den Vormittag genutzt, um am Straßenrand einen provisorischen Unterschlupf zu bauen. Mit der Unterstützung ihrer Lehrer haben sie die Materialien zusammengesucht. Bambusrohre für das Gestell, ein paar Blätter und Gestrüpp vom nahen Neembaum als Dach, Holzstücken als Stützen. Das so errichtete Schattenplätzchen diente dann als Kühlraum für zwei riesige Tonbehälter, die mit Wasser gefüllt wurden. Jeder Besucher der Schule, die Eltern und Vorbeikommende bekamen einen Becher frisches Wasser gereicht. Auf einer Bastmatte konnten sie einen Augenblick ausruhen, bis sie ihren Fußweg ins nächste Dorf wieder fortsetzen konnten. Wasser hat neben dem lebenspendenden Charakter eine symbolische, ja spirituelle Bedeutung in Indien. Es dient der inneren Reinigung, ist das Symbol für Fruchtbarkeit und Liebe. Wen jemandem Wasser gereicht wird, dann bringt man ihm gegenüber seine Hochachtung zum Ausdruck. Die Kinder hatten viel Freude und konnten spüren, welche Dankbarkeit ihnen entgegengebracht wurde. Im Abschlusskreis äußerten sie sich glücklich, der Stolz war ihnen anzusehen. An unserer Gaiatreeschool ist eine neue Tradition geboren. Immer am Karfreitag werden sie den Gästen an der Straße nun frisches Wasser geben.
 
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16.04.2011

Ausnahmezustand für einen Nacht

Mike Wohne - erschienen in der SZ am 14.04.2011

„Wir sind die Welt.“, so titelt die indische Boulevardpresse am Tag danach. Indien hat Anfang April die Kricketweltmeisterschaft gewonnen. In den Metropolen in Mumbai, Delhi oder Kalkutta wird in der Nacht ausgelassen gefeiert, die Straßen sind voll von Menschen, es wird gesungen und getanzt. Ein ganzes Volk ist im Rausch- Ausnahmezustand. Zum Halbfinale zwei Tage zuvor, als Indien den Erzfeind Pakistan besiegte, gab es lokale Ausschreitungen und Gewalt.
Auch in unserem Nachbardorf Danamal drängen sich kricketinteressierte Männer vor den Bildschirmen zusammen. Es gibt einige, die inzwischen einen Fernseher haben, so auch die Familie des vierjährigen Samya, ein schmächtiger kleiner Bursche, der in unsere Gaiatreeschool geht.
Wie die meisten kleinen Inder in seinem Alter träumt auch er davon, eines Tages als Batsman (Schläger) oder Bowler (Werfer) im Boundary (Kricketspielfeld) zu stehen um Punkte oder Runs für sein Land zu schlagen. Samyas Vater kann als Taxifahrer ein regelmäßiges Einkommen nach Hause bringen. 1200 Rupie im Monat, das sind zirka 25 Euro. Die müssen reichen, um die Familie zu ernähren. Auch für indische Verhältnisse ist das sehr wenig. Seine Mutter ist zu Hause mit den zwei Kindern.
Als das Spiel nach knapp neun Stunden zu Ende geht, jubelt eine ganze Nation und feiert ihre Helden. Heldentaten verrichten tagtäglich die etwa 70% der Bevölkerung Indiens, die auf dem Lande leben.
Harry zum Beispiel, Samyas Onkel, der mit seinen zwei Kindern gleich nebenan wohnt, verlässt das Haus morgens 3:00 Uhr um Backsteine aus Lehm zu formen, zu trocknen und anschließend zu brennen. Kurz vor der großen Hitze im Mai ist das eine gute Einnahmequelle. Der Lehm ist noch weich und die intensive Sonne trocknet die vorgeformten Quader schnell. Für jeden Stein gibt’s dann eine Rupie. Insgesamt 7500 wird er herstellen. Seine Steine kaufen wir ihm diesmal ab, um auf unserem Schulgelände ein kleines Familienhaus zu bauen. Dort wird dann eine Farmerfamilie einziehen, die uns bei der Kultivierung unseres geplanten Ökogartens hilft und gleichzeitig unsere Schule bewacht.
Die meisten Familien in Danamal arbeiten als Farmer. Sie haben etwas Land und bewirtschaften dieses zur Eigenversorgung. Gemüse, Dal (Linsen) und Getreide werden jetzt angebaut. Die Ernte muss vor dem Monsun Anfang Juli eingebracht sein. Dann werden Reispflanzen gesetzt. Der Monsun mit seinem lebensspendenden Wasser auf der einen und den verheerenden Fluten auf der anderen Seite bestimmt den Jahresrhythmus hier auf dem Land.
Viele der Frauen aus den umliegenden Dörfern sind jetzt mit dem Aufsammeln der Früchte des Mahua-Baumes beschäftigt. Dazu gehen sie für mehrere Tage in die nahegelegenen Berge von Harishankar. 17 bis 18 Rupien bringt ein Kilo Trockenfrüchte ein. Im April ist das oft die einzige Einnahmequelle für sie. Die Früchte werden dann zur Herstellung von hochprozentigem Alkohol verwendet, der ein großes Problem darstellt. Vor einem Monat ist der Vater von Sadananta – Lehrer an unserer Schule – plötzlich über Nacht verstorben, nachdem er heftiges Sodbrennen hatte. Es wird vermutet, dass er den Alkohol unverdünnt getrunken und sich dadurch mehr und mehr seine Magenschleimhaut aufgelöst hat. Das Brennen von Alkohol ist streng verboten und wird sogar mit Gefängnisstrafen geahndet.
Ein zweites Problem können wir allabendlich von Vishwaneedam aus beobachten. Die Frauen legen an den Hängen riesige Feuer, um die Laubschicht zu beseitigen. Das erleichtert ihnen das Aufsammeln der kleinen gelben, fürchterlich stinkenden Früchte. Die Brandrodung vernichtet aber nicht nur die Laubschicht, sondern auch das Unterholz und die Kraut- und Strauchschicht des hochsensiblen Waldes. In den Bergen von Harishankar wachsen endemische Pflanzen, die zur Herstellung ayurvedischer Medizin (traditionelle indische Medizin) verwendet werden. Der indische Staat verbietet deshalb strickt die Brandrodung. Aber die Verantwortlichen in diesem Teil Orissas schauen zu oder besser weg.
Dabei sind die Probleme im District Balangir, wie die extreme Armut, Hunger, Malaria oder der niedriger Bildungsstand längst bekannt. Schon vor Jahren wurde dazu eine Stabsstelle mit eigenem Budget eingerichtet. Sie soll den Menschen vor Ort helfen und die Korruption beseitigen. In den staatlichen Förderprogrammen steht, dass jede Familie, die unterhalb der Armutsgrenze lebt (12.000 Rupien Jahreseinkommen, das sind zirka 200 Euro Zuschüsse bekommt. Für Arbeitslose stehen Jobs zur Verfügung und es gibt zinsgünstig Kleinkredite. Von all dem Geld und der Hilfe kommt aber nichts bei den Betroffenen an.
Letzte Woche rief der Kollektor vom District Balangir (vergleichbar Landrat) bei Ananta an und bat ihn um Unterstützung. Er hat von den Aktivitäten in Vishwaneedam erfahren und möchte diese gern unterstützen. In den nächsten Wochen werden wir nun in den Nachbardörfern hilfebedürftige Familien ausfindig machen und sie direkt an die Stabsstelle melden. In unserer Gaiatreeschool betrifft das schon allein 10 von 12 Familien. Wir geben die Hoffnung nicht auf, dass dies ein Ausnahmezustand ist und das in Zukunft auch für diese Menschen Hoffnung besteht.
 
 
 
15.05.2011

Indiens Traumwelt

Mehrere Dutzend, zumeist Männer, drängen sich am Eingang des Elite, eines der angesagtesten Plätze Kolkattas (früher Kalkutta). Es ist 12:00 Uhr mittags wenn die erste Vorstellung beginnt und alle drei Stunden bis 21:00 Uhr die neuesten Filmproduktionen aus Mumbai oder Bengalen die Zuschauer in eine andere Welt als die Ihre entführen. Ilona Schaller, die Chefin des Zittauer Kinos ist begeistert von dem Besucherandrang. Sie ist zusammen mit ihrem Mann für zwei Wochen bei uns zu Besuch. Feste Spielzeiten so bringe ich in Erfahrung gibt es nicht. „Wenn die Vorstellung zu 70% gefüllt ist, läuft der Film, ansonsten kommt der Nächste dran.“, sagt Ramesh mir an der Kinokasse. Die Auswahl ist groß im Land der Illusion und so kann es sein, dass ein Film Wochen, ein Anderer nur einen Tag läuft. Mehr als 250 Produktionen entstehen jährlich in den Filmstudios von Bollywood, einem Wortspiel aus Bombay und Hollywood, zuzüglich denen der nicht minder kleineren Produktionsstätten an der Ostküste. Wir sitzen in dem Riesenkino am Neumarkt. Die besseren Balkonplätze sind ausverkauft und so drängen wir uns im Parkett nahe der Leinwand, zusammen mit den knapp 300 Besuchern.
Indiens Traumwelt

Mehrere Dutzend, zumeist Männer, drängen sich am Eingang des Elite, eines der angesagtesten Plätze Kolkattas (früher Kalkutta). Es ist 12:00 Uhr mittags wenn die erste Vorstellung beginnt und alle drei Stunden bis 21:00 Uhr die neuesten Filmproduktionen aus Mumbai oder Bengalen die Zuschauer in eine andere Welt als die Ihre entführen. Ilona Schaller, die Chefin des Zittauer Kinos ist begeistert von dem Besucherandrang. Sie ist zusammen mit ihrem Mann für zwei Wochen bei uns zu Besuch. Feste Spielzeiten so bringe ich in Erfahrung gibt es nicht. „Wenn die Vorstellung zu 70% gefüllt ist, läuft der Film, ansonsten kommt der Nächste dran.“, sagt Ramesh mir an der Kinokasse. Die Auswahl ist groß im Land der Illusion und so kann es sein, dass ein Film Wochen, ein Anderer nur einen Tag läuft. Mehr als 250 Produktionen entstehen jährlich in den Filmstudios von Bollywood, einem Wortspiel aus Bombay und Hollywood, zuzüglich denen der nicht minder kleineren Produktionsstätten an der Ostküste. Wir sitzen in dem Riesenkino am Neumarkt. Die besseren Balkonplätze sind ausverkauft und so drängen wir uns im Parkett nahe der Leinwand, zusammen mit den knapp 300 Besuchern. Eine Karte kostet gerademal 30 indische Rupien, das sind umgerechnet 50 Cent. Das Mobiliar scheint so alt wie das Gebäude, aus den 30ger Jahren. Indes beginnt das farbenfrohe Spektakel. Umworben von einem Dutzend Tänzern schmiegt sich die Filmheldin Alisha vor einer märchenhaften Kulisse in ihrem bunten Sari. Ein Gemisch aus Tanz und anmutiger ja fast erotischer Bewegung verzaubert die Besucher im Kinosaal. „Alisha“, der neueste bengalische Kassenschlager erzählt von der unmögliche Liebe zweier Menschen verschiedener Kasten im modernen Indien. Eine Mischung aus Realität und Illusion und Kritik der Filmemacher an dem bestehenden Kastensystem.
Neunzig Prozent aller Hochzeiten in Indien werden von den Eltern arrangiert. Entsprechend boomt der Hochzeitsmarkt und in der freien Marktwirtschaft hat sich eigens ein Wirtschaftszweig darauf spezialisiert. Dabei gelten feste Regeln und Rituale. Ehen zwischen zwei verschiedenen Kasten sind ausgeschlossen. Offiziell gilt das System der Kasten seit Gandhi als überwunden. Im indischen Alltag, außerhalb der Metropolen, bestimmt es die soziale Ordnung und Hierarchie in der größten Demokratie der Welt. Die Brahmanen, die Priester, sind an der Spitze, darunter gibt es vier Hauptkasten und zahlreiche Untergruppierungen. Die sogenannten Unberührbaren stehen außerhalb des Systems und bilden das Meer von Bettlern, Krüppeln und Obdachlosen. Im Übrigen gelten wir - als Ausländer - als kastenlos.
Auch in Vishwaneedam bestimmt dieses ungeschriebene Gesetz den Alltag. Kinder gehören noch keiner Kaste an und so erfahren sie mindestens in der Schule eine gewisse Gleichbehandlung. Vor einigen Wochen entfachte ich eine erregte Diskussion in unserer abendlichen Sitzung. Über mehrere Tage konnte ich beobachteten, dass Tilatamas Mutter den gesamten Vormitttags in der Schule war. Sie half beim Bau der Toilettenanlagen, unterstütze die Vorbereitungen des Frühstücks und auch am Nachmittag, wenn alle Kinder abgeholt wurden, blieb sie mit ihrer Tochter auf dem Gelände. Ihr Mann ist vor zwei Jahren gestorben. Dessen Eltern gewähren den Beiden weiterhin ein Bett und ein Dach über den Kopf. Wie Ananta zu erzählen weiß ist sie als Witwe kastenlos und steht somit außerhalb der sozialen Dorfordnung. Mein Vorschlag, sie in unsere Gemeinschaft in Vishwaneedam aufzunehmen, löste eine heftige Diskussion in der Community aus. Ananta ist strikt gegen die Kasteneinteilung. Shestadev, unser Farmer, fürchtet um den guten Ruf im Dorf, wenn wir Tilatama und ihre Mutter bei uns aufnehmen, so zumindest hat er seiner Betroffenheit über den Vorschlag Ausdruck verliehen. Ich ahne, dass die vorgehaltene Außenwirkung nur ein Vorwand sein könnte. Bis heute haben wir über dieses Thema geschwiegen.
Am Ende unseres indischen Kinomärchens stirbt Alisha, die nun alle in ihre Herzen geschlossen haben. Wir sind enttäuscht, vielleicht auch weil wir wissen, dass damit eine Hoffnung für Indien stirbt. Draußen auf den Straßen Kolkattas ist Wahlkampf, denn im Mai soll ein neues Parlament in Westbengalen gebildet werden. Alle Parteien fordern in ihren Programmen, wie selbstverständlich seid Indiens Unabhängig, die endgültige Überwindung der Kasten. Wir sind wieder in der realen Welt Indiens angekommen.
 
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15.05.2011

Von Glühwürmchen und Solarpumpen

Die Gespräche verstummen im Dämmerlicht. Jishnu, Mahadev‘ s Sohn, kuschelt sich auf dem Schoß seiner Mutter Mita ein, schließt seine Augen. Seine kleinen Finger werden durch die Riesenhand seines Vaters umschlossen. Für einen Augenblick spüre ich seine Zufriedenheit ganz deutlich und ich bin glücklich. „Om Shanti“. Damit leiten wir die allabendliche Meditationsrunde in Vishwaneedam ein. Sie ist fester Bestandteil im Tagesablauf. Ich spiele mit meinem Atem. Meine Gedanken verlieren sich für wenige Momente in der Unendlichkeit, während meine Augen sich wie von allein schließen. In diese gedankliche Leere drängt sich nun der Kampf der Sinne, um die geistige Aufmerksamkeit. Fürs Erste scheint es, dass die ohrenbetäubende Geräuschkulisse des Dschungels gewonnen hat. An mein Trommelfell dringt immer deutlicher, ja unüberhörbar das Zirpen der Grillen, das Gezwitscher der Vögel, die Schreckschreie der Geckos, das Rauschen des Windes. Im Unterbewusstsein öffne ich meinen Augen. Überall funkelt es grellweiß, wie der tropische Nachthimmel mit seinen zahlreichen Sternen. Dabei haben wir keinen Strom in Vishwaneedam? Erst beim genaueren Hinsehen erkenne ich ein Dutzend kleiner Glühwürmchen. Es sind die Weibchen, welche mit ihrem ausgeklügelten Biolabor die Aufmerksamkeit der männlichen Artgenossen auf sich lenken. Bioluminiszens nennen die Biologen dieses Phänomen. Mein Geist beginnt nun zu arbeiten.
Ich erinnere mich, dass das so erzeugte Licht dieser Minikraftwerke einen Wirkungsgrad von mehr als 90 % hat. Mit unserer 480 Watt Solaranlage, die künftig das Wasser aus 20 Fuß (rund 6 Meter) Tiefe nach oben pumpen wird, zudem Strom für das Betreiben einer Glühlampe für drei Stunden liefert, das Aufladen unseres Notebook ermöglicht und schließlich einen Ventilator betreiben kann, beträgt die effektive Ausbeute weniger als 40%. Der Rest ist für uns nicht nutzbar- sogenannte Umwandlungsenergie. Wir haben keine andere Möglichkeit. In der Trockenzeit von April bis Juni fehlt es in der gesamten Region um Balangier, der Distrikthauptstadt, an ausreichend Wasser. In manchen Jahren ist nicht einmal genügend Trinkwasser vorhanden. Wenn dann noch der Monsunregen ausbleibt oder sich verschiebt ist die Katastrophe nahe. Die Folgeerscheinungen für die Dorfbewohner sind dann verheerend, da jede Reserve genutzt wird. Das verschmutzte und verseuchte Wasser ist häufig die Ursache für Krankheiten, in deren Folge Menschen sterben. Malaria- und Typhuserreger haben nun ein leichtes Spiel. An eine verlässliche Stromversorgung zum Betreiben von Pumpen im ansonsten so reichen Indien, ist zumindest für diese Menschen in absehbarer Zeit nicht zu denken. Die traditionellen Fußpumpen reichen nicht aus, dass Grundwasser aus der Tiefe nach oben zu pumpen (siehe Foto), da in der lang andauernden Trockenperiode der Grundwasserspiegel auch schon mal bis auf 40 Fuß absinken kann.
Mit unserer kleinen Modellanlage in der Schule möchten wir nicht nur unsere Gaiatreeschool in Zukunft mit Wasser und Strom versorgen, sondern auch mögliche Lösungswege für die Region aufzeigen.
Dass dies offenkundig nicht so einfach ist, konnten wir im vergangenen Jahr am Pangongsee in Ladakh im Norden Indiens beobachten. Hier wurde in einem großzügig aber halbherzig angelegten Entwicklungshilfeprojekt jeder Haushalt mit einem Solarkocher ausgestattet. Eine gute Idee in einer Region, wo es an Brennholz mangelt, aber die Sonne fast immer scheint. Kurze Zeit später dienten diese allerdings als Spielzeug für die Kinder oder zur Ersatzteilgewinnung (siehe Foto). Die Verantwortlichen hatten wohl versäumt die Menschen vor Ort einzubeziehen, sie aufzuklären. Wir wollen nicht dieselben Fehler machen, also planen wir parallel auch Workshops für die Eltern, die Dorfbewohner und für einflussreiche Menschen aus dem Umland. Zudem wollen wir in kleinen Schritten vorwärts gehen.
Unsere Solaranlage soll - wenn alles klappt - im April gebaut werden. Eine Firma aus Südindien hat uns dazu ein erstes Angebot unterbreitet. Umgerechnet 4500 Euro wird alles kosten. Die Finanzierung steht im Wesentlichen, aber schon jetzt zeigen sich erste Hürden. So schreibt Rishi, der technische Leiter, dass der Transport der Module zirka 2000 km per Bahn von Tamil nach Orissa, zwischen zwei benachbarten Bundestaaten also, nicht so einfach ist. Orissa erhebt eine nicht unwesentliche Steuer auf Einfuhren. Sein Vorschlag: Wir sollten doch alles selber direkt vom Werk abholen, so könne man dies umgehen. Mir graut bei dem Gedanken. Wir werden wohl noch beraten müssen, wie wir das Problem in den Griff bekommen und ich bin mir sicher, dass es nicht das Einzige bleiben wird. Mir geht ein Gedanke durch den Kopf, bei dem mir ein guter Freund einmal Folgendes nahe legte: Wenn ein Inder zu dir sagt:“ No problem!“, spätestens dann weißt du, dass in diesem Augenblick deine Probleme begonnen haben. Ich verliere trotzdem nicht den Mut.
„Om bhur bhurva svaha ...“. Ananta beendet die heutige Meditation und wir singen zum Abschluss noch gemeinsam das Gayatrimantra. „Gayartri“ die göttliche Mutter, die auch als die Göttin des Lernens in Indien verehrt wird. Sie steht für Hoffnung, für eine gute Zukunft, Erfolg und für das ewige Leben. Ich singe heute das Mantra mit besonderer Hingabe.
 
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Beim Teaching des Dalai Lama im Nubra Valley Sommer 2010
 

Kopfschütteln bedeutet ja und nein

von Mike Wohne in SZ vom 27. Januar 2011

Der neue Tag hat gerade begonnen. Der russische Airbus SU 116 nach Moskau hebt ab. Unter uns versinkt Deutschland im Schnee, hinter uns liegen vier Wochen Urlaub in der Heimat. Vor uns ein weiteres Abenteuer. Meine Erinnerung an die erste Begegnung vor 17 Jahren ist taufrisch oder eher wässrig warm, wie die Luft der Tropen die einen beschnuppert, mit dir spielt und dich vollkommen durchdringt. Es ist jene schmutzig süßliche Luft, die mich erregt, begeistert und von je her anzieht. Das Land der Gurus und Sadhus liebt oder hasst man, ein Dazwischen gibt es nicht. Ungezählt sind unsere Reisen als Backpacker durch den indischen Subkontinent vom südlichen Kap Komorin bis in den Himalaya, von den Westghats bis an den Ganges nach Benares, wo alles Leben dieser Erde sein Ende und seinen Anfang nimmt. Hier glauben die Menschen daran, dass sie wieder geboren werden und dass ihre guten Taten sowohl Diesseits als auch im Jenseits Bestand haben. Sie nennen es Karma.
 
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24.02.2011
 

Solarkocher in Ladakh
 
 
 
24.02.2011

Anantas Traum

... aus dem Korax januar 2011

Ich bin fest davon überzeugt, dass unser Wirken in Vishwaneedam auf die eine oder andere Weise auch einen Einfluss auf die Welt insgesamt haben wird.“
3000 km in der Heimat- Erster Gaiatree Stammtisch in Zittau
Zirka 30 interessierte Teilnehmer folgten der Einladung von Anke und Mike Wohne Anfang Januar in die Hillersche Villa. Mit emotionalen Bildern und Geschichten berichteten die Beiden von den Anfängen der Schulgründung und dem Aufbau der Community in Vishwaneedam im fernen Orissa im Nordosten Indiens. Vor 15 Monaten sind sie hierher gegangen, um Ananta bei seiner Vision zur Gründung einer Dorfschule in seinem Heimatdorf zu unterstützen. In nur knapp sechs Monaten wurde ein altes Wohnhaus zu einem Schulhaus umfunktioniert, gründeten die drei die Gaiatree Foundation als indische Stiftung, begannen mit dem Lehrertraining und eröffneten schließlich die Schule im Sommer 2010 mit 12 Kindern im Alter von drei bis fünf Jahren. In den nächsten Jahren sollen hier einmal bis zu 300 Kinder der Region zur Schule gehen können. Dabei geht es nicht nur um Schule. So wird ein Gesundheitszentrum entstehen. Projekte zur Wasserversorgung werden initiiert. Für die Pädagogen aus den umliegenden Schulen der Region werden Fortbildungen organisiert und schließlich entsteht ein Heim für Mädchen. Diese haben es noch immer besonders schwer, da viele Eltern glauben das Mädchen keine Schulbildung brauchen. In vielen Fällen werden sie frühzeitig als Kinder verheiratet und ziehen dann in die Häuser der Männer. Wohne‘ s haben jetzt entschieden noch ein weiteres Jahr – bis Mitte 2012 – zu bleiben.
Ananta‘ s Traum

Ich bin fest davon überzeugt, dass unser Wirken in Vishwaneedam auf die eine oder andere Weise auch einen Einfluss auf die Welt insgesamt haben wird.“
3000 km in der Heimat- Erster Gaiatree Stammtisch in Zittau
Zirka 30 interessierte Teilnehmer folgten der Einladung von Anke und Mike Wohne Anfang Januar in die Hillersche Villa. Mit emotionalen Bildern und Geschichten berichteten die Beiden von den Anfängen der Schulgründung und dem Aufbau der Community in Vishwaneedam im fernen Orissa im Nordosten Indiens. Vor 15 Monaten sind sie hierher gegangen, um Ananta bei seiner Vision zur Gründung einer Dorfschule in seinem Heimatdorf zu unterstützen. In nur knapp sechs Monaten wurde ein altes Wohnhaus zu einem Schulhaus umfunktioniert, gründeten die drei die Gaiatree Foundation als indische Stiftung, begannen mit dem Lehrertraining und eröffneten schließlich die Schule im Sommer 2010 mit 12 Kindern im Alter von drei bis fünf Jahren. In den nächsten Jahren sollen hier einmal bis zu 300 Kinder der Region zur Schule gehen können. Dabei geht es nicht nur um Schule. So wird ein Gesundheitszentrum entstehen. Projekte zur Wasserversorgung werden initiiert. Für die Pädagogen aus den umliegenden Schulen der Region werden Fortbildungen organisiert und schließlich entsteht ein Heim für Mädchen. Diese haben es noch immer besonders schwer, da viele Eltern glauben das Mädchen keine Schulbildung brauchen. In vielen Fällen werden sie frühzeitig als Kinder verheiratet und ziehen dann in die Häuser der Männer. Wohne‘ s haben jetzt entschieden noch ein weiteres Jahr – bis Mitte 2012 – zu bleiben.
Brückenbauer- Entwicklungspatenschaften für alle 12 Kinder
Patenschaften sind an sich nichts Neues. Weltweit vermitteln Hilfsorganisationen familiäre und persönliche Unterstützung vor Ort. So waren wir uns auch nicht sicher ob es funktionieren wird. Im Internet stellten wir mit dem Einverständnis der Eltern jedes Kind und auch die Familien vor und über ein Formular konnten sich Interessierte bei uns melden. Die Bereitschaft war so überwältigend, dass selbst wir überrascht waren. Am Ende gingen uns die Kinder aus und wir führen eine Warteliste für das neue Schuljahr! In der Zwischenzeit haben sich auch schon zaghafte indoeuropäische Kontakte meist über Ananta gebildet. Wenn wir im Februar wieder in Vishwaneedam sind kann sich jedes Kind über ein kleines Päckchen oder Briefchen freuen. Wir können schon das Kinderlachen sehen und natürlich werden wir das auch mit den Patenfamilien teilen.
Ohne Moos ... Software AG Stiftung (SAGST) hilft
Das neue Jahr hat gerade begonnen, da informiert uns Dr. Randoll von der SAGST, dass sie die Gaiatreeschool in Indien unterstützen werden. Auch wenn die Schkola in den letzten Jahren immer wieder auf die Hilfe aus Darmstadt bauen konnte, so bedeutet dies ja nicht gleichzeitig, dass das Kuratorium der Stiftung auch das jüngste grenzenlose Projekt der Schkola in Orissa mittragen wird. Umso größer und überaschender war die Freude, dass nunmehr 5000 Euro für die geplanten baulichen Maßnahmen und en Aufbau vor Ort zur Verfügung stehen.
Vom Glauben an eine gerechtere Welt
Der Reichtum des Einen ist die Armut des Anderen. Also müssen die Reichen etwas abgeben und alle Probleme sind geklärt. Umverteilung ist das Zauberwort. Wie so oft liegt der Teufel im Detail und die aktuelle Entwicklungspolitik im Eimer. Die großen Hilfsorganisationen und staatlichen Institutionen haben sich eingerichtet und die Welt unter sich aufgeteilt. Quertreiber sind zwar nicht verboten, aber auch nicht erwünscht. Trotz Milliardenhilfen hat die klassische Entwicklungshilfe versagt, da sie noch immer glaubt Menschen entwickeln zu können. Auf der Habenseite sehen wir, dass die Konflikte auf der Welt zunehmen, die Korruption den Entwicklungsmarkt beherrscht, die Nehmerländer sich mit ihren Budgets fest eingerichtet haben. Am Ende der Kette steht ein Herr aus Flüchtlingen, die aus der Not heraus Hoffnung in der Welt der Weißen suchen. Was ist passiert? Haben wir den Glauben an eine gerechte Welt schon verloren? Mitgefühl und Mitleid sind immer mehr zu einer Ware verkommen. Eine ganze Armee von Psychologen, PR- Strategen und Medienprofis spiegeln uns eine kaputte Welt voller Armut, Not, Krankheit und Dummheit. Das Konzept zumindest geht auf, misst man den Erfolg am Bruttospendenaufkommen. Leider kommt nur ein Bruchteil dessen tatsächlich bei denen an die in den Hochglanzprospekten und auf überlebensgroßen Plakaten abgedruckt sind. Die Masse fließt in unsinnige Infrastrukturprojekte, in die Administration, Konferenzen und in einen aufgeblähten Apparat von Experten. Bespiele haben wir auf unserer Reisen in Asien immer wieder sehen müssen. In der Region um den Pangonlake zum Beispiel im Norden Indiens. Hier hat man alle Haushalte kostenlos mit Solarkochern ausgestattet. Eine gute Idee, scheint doch die Sonne hier täglich und an Holz mangelt es. Heute dienen die Solarschüsseln als Spielplatz für die Kinder oder als Materialspender und rotten vor sich hin. Es fehlte an Begleitung, an Aufklärung.
Wir geben die Hoffnung aber nicht auf. In der Praxis zeigt sich, dass oft weniger mehr ist. Der Erfolg der Mikrokredite macht dies deutlich. Mit den Kleinkrediten für eine gute Geschäftsidee, werden das Selbstvertrauen und das Selbstwertgefühl, die Kreativität und die Stärken der Betroffenen vor Ort gefördert. Die Beteiligte sind Geschäftspartner und keine Hilfebedürftigen. Das schafft den Raum für Entwicklung. TSUNAMIKA, eine Kreativprogramm für die arbeitslosen Fischerfrauen nach dem Tsunami im Jahr 2004. Millionen kleiner Sorgenpüppchen wurden per Hand genäht, als Dank an alle die geholfen und unterstützt haben. Dazu wurden Workshops und Kurse organisiert. Viele der Frauen verdienen noch heute ihren Unterhalt mit den neu erworbenen Fähigkeiten. Wir sind nach Indien gegangen, um Ananta beim Aufbau seiner Dorfschule in Vishwaneedam zu helfen. Gerhard Sperling und seine Familie haben eine Stiftung gegründet die im afrikanischen Tansania Bildungs- und Sozialprojekte initiieren und unterstützen werden. Das macht Hoffnung.
Durch Bildung Armut bekämpfen. Ananta‘ s große Vision, hat schon jetzt die Welt verändert.
www.lukas-sperling-stiftung.de; www.gaiatreeschool.org; www.tsunamika.org
 
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Gaiatreeschool im Korax- Schulmagazin der Schkola

Auch im aktuellen Korax, dem Schulmagazin der Schkola, ist wieder ausführlich über unser Indienprojekt geschrieben. Ab dieser Ausgabe stehen diese unter einer eigenen Rubrik. So werden die Eltern, Schüler und alle interessierten Leser immer aktuell über die Entwicklungen informiert. Der vollständige Korax kann auch unter www.schkola.de herunter geladen werden.
 
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28.11.2010

Kinder der Gaiatreeschool, die von der Schkola unterstützt wird
 

Wohne sucht Paten für indische Kinder

Zittau/Vishwaneedam

Die von Anke und Mike Wohne im indischen Vishwaneedam nach einem Jahr Vorbereitung im August mitgegründete freie Schule ist im Alltag angekommen. Wie der ehemalige Geschäftsführer des Schkola- Schulverbundes berichtet, beginnt der Schultag um 8 Uhr. Danach lernen die zwölf Kinder gemeinsam bis
zum Mittagessen.
In der Zwischenzeit hatte die „gaiatreeschool“ Besuch aus Deutschland. Ute Wunderlich, pädagogische Chefin der Schkola, war im September zum Erfahrungsaustausch in Indien. Um die neue Schule und ihre Schüler aus armen Familien weiter zu unterstützen, sucht Wohne Paten. Die Kontaktdaten sind auf der neuen Schulinternetseite (siehe unten stehende Adresse) zu finden. (SZ/tm)

Sächsische Zeitung, 14.10.10, Thomas Mielke
 
 
13.10.2010
 

 
 
 
02.10.2010

Eine Schule für Vishwaneedam

Von Jana Ulbrich (Sächische Zeitung vom 19.04.2010)
Anke und Mike Wohne aus Zittau bauen in einer der ärmsten Regionen Indiens eine freie Schule auf. Sie wollen dem Land helfen, das ihr Lebensziel geworden ist. Ein Luxusleben ist das nicht gerade im Dorfe Vishwaneedam an der Ostküste Indiens: Anke und Mike Wohne teilen sich eines der typischen kleinen Lehmhäuser auf dem Lande mit drei indischen Familien – zusammen acht Erwachsene und drei kleine Kinder auf engstem Raum. Ein winziges Acht-Quadratmeter- Zimmerchen und ein Bett mit Moskitonetz haben die beiden Pädagogen aus Zittau für sich allein. Weil kein Platz für einen Schrank ist, leben sie seit ihrer Ankunft vor einem halben Jahr aus dem Rucksack. Eine Dusche gibt es nicht, nur Wasser aus dem Eimer. „Aber immerhin haben wir schon eine Toilette gebaut“, erzählt Mike Wohne und schmunzelt: „Das hier ist schon gewöhnungsbedürftig.“ Ab und zu entfliehen die beiden Mittvierziger deshalb viel zu gern den ärmlichen Verhältnissen auf dem Lande in die Großstadt nach Kalkutta oder Delhi oder an den Strand nach Puri an die Küste des Bundesstaates Orissa. „Dort genießen wir dann die westlich lieb gewonnenen Lebensverhältnisse in vollen Zügen, gehen ins Kino, sitzen im Café und lassen uns richtig guten ,German Bakery‘-Kuchen auf der Zunge zergehen“, erzählen sie. Nur ein richtig gutes Vollkornbrot wie zu Hause, das gebe es leider auch in Indiens Metropolen nicht.Seit 17 Jahren reisen die Wohnes in das große Land der Gegensätze. „Wir sind an fast jedem Ort gewesen, haben uns Sehenswürdigkeiten angesehen, Tempel, Städte, natürlich auch Schulen und traumhafte Landschaften“ erzählt Mike Wohne. Später haben die beiden Pädagogen in Indien gelehrt und selbst gelernt und sich intensiv mit Kultur, Geschichte, Religion und den Menschen befasst.
Nach der Tsunami-Katastrophe 2004 im Indischen Ozean haben sie beim Wiederaufbau in Auroville geholfen. Diesmal werden sie länger bleiben. Mike Wohne, der als Geschäftsführer des Schkola-Schulträgervereins seit Mitte der 1990er Jahre die freien, grenzüberschreitenden Schkola-Schulen im Dreiländereck aufgebaut hat, hat seinen Job in der Heimat gekündigt. Seine Frau Anke, Lehrerin am Gymnasium in Löbau, hat sich vom Freistaat Sachsen für vorerst zwei Jahre beurlauben lassen. So lange werden sie
wohl mindestens brauchen, schätzen die beiden, bis sie ihren Traum verwirklicht haben.

Lernen gegen die Armut
Der Traum der Wohnes, das ist eine Schule für Vishwaneedam. Dort, in einer der ärmsten Regionen im Südosten Indiens kann nur jeder Dritte lesen und schreiben. Es gibt Kinder, vor allem Mädchen, die auf der Straße leben oder in ärmsten Verhältnissen. Kinder, die nicht zur Schule gehen können. Vor allen
denen wollen Wohnes helfen – aber auch diesem Land, das inzwischen ihr Lebensziel geworden ist. Denn die Gegensätze in diesem Land sind krass. Während die großen Städte heute das Flair von Internationalität, Modernität und Wachstum in einem unbeschreiblichen Tempo ausstrahlen, steht das
Leben auf dem Lande still. Armut, Hunger und Krankheiten bestimmen das Leben der Menschen dort. „Die einzige Möglichkeit, dem wirksam und nachhaltig entgegen- zuwirken, ist es, gute Schulen in den Dörfern auf dem Land zu gründen“, ist Mike Wohne überzeugt. „Es müssen die besten Schulen Indiens
werden, um Aufmerksamkeit zu erlangen“, sagt der 46-Jährige. Diese Aufgabe sei für ihn ein tiefes inneres Bedürfnis, sagt er. Und nach seinen langjährigen Erfahrungen beim Aufbau der freien Schkola-Schulen beginne alles wieder neu: „Ich merke, dass ich nach 20 Jahren wieder am Anfang stehe und mich doch nicht im Kreis gedreht habe“, sagt er. Das mache es vielleicht auch so interessant.

Schkola-Schulen als Partner
Die Schkolas im Dreiländereck sind übrigens ein wichtiger Baustein und ein Partner des Projekts. „Mit unserer Erfahrung und dem Wissen der letzten 15 Jahre über moderne und experimentelle Lernformen, Schüleraktivitäten und differenzierten Unterricht können wir hier in Indien viel bewirken“, sagt der
Reformpädagoge. In Vishwaneedam soll es neben der Muttersprache Orya und der Landessprache Hindi ab der ersten Klasse auch Englisch geben. Wohnes könnten sich ein Lehreraustauschprogramm mit den Schkolas vorstellen – und später vielleicht auch einen Schüleraustausch.

Dass sie es eines Tages schaffen, davon sind Wohnes überzeugt. „Schon wegen Anata“, sagt Mike Wohne, „dem guten indischen Freund, der für das Schulprojekt aus der modernen Stadt Bangalore in sein Dorf zurückgekehrt ist, um seiner Heimat zu helfen und das Unmögliche möglich zu machen. „Bis es
gelingt, wird noch eine Zeit vergehen, aber schließlich brauchen wir Träume und Visionen“, sagt Mike Wohne. Und er brauche die Unterstützung von vielen Freunden aus der Heimat, fügt er hinzu. Auf der Internetseite der Schkola-Schulen informieren Wohnes regelmäßig über das Projekt. Hier gibt es
auch eine Liste der geplanten Investitionen und benötigten Materialien.

Finanzielle Hilfe ist besonders jetzt in der Startphase für den Aufbau der Schulgebäude notwendig. Spenden können über den Schkola Schulträgerverein, der als Schirmherr fungiert, eingezahlt werden. Spender bekommen eine Spendenbescheinigung.
 

 
 
 
08.10.2010

Zwischen den Fluten

Mike Wohne aus Zittau hat das verheerende Hochwasser in Nordindien miterlebt, während daheim zur selben Zeit sein eigener Keller überflutet wurde.
Mike Wohne aus Zittau hat Anfang August jede Menge Schlamm geschaufelt, in zerstörten Häusern aufgeräumt und Flutopfern geholfen. Aber nicht bei sich in der Lausitz, sondern in Nordindien. Dabei wurde er auch daheim gebraucht, denn zur selben Zeit stand das Haus, in dem er in Zittau lebt, ebenfalls unter
Wasser. Doch hier konnte er nicht helfen, musste Freunde um Hilfe bitten. Denn der 46-Jährige ist mit seiner Frau Anke seit einem Jahr in Indien, um eine Schule zu gründen und Partnerschaften zum freien Schulverbund Schkola in Ostsachsen aufzubauen.
Das Ausmaß ist unvergleichlich

Der Zufall führte die beiden Pädagogen Mitte Juni in den Norden Indiens, in die Nähe der Grenze zu Pakistan. Sie wollten dem sommerlichen Monsunregen im Osten des Landes ausweichen und fanden Quartier bei einer Familie am Rand der Distrikthauptstadt Leh. Dort im Hochgebirge regnet es sonst nur sehr selten. Außer in diesem Jahr. Es ist Dienstag, der 7. August, als im sächsischen Zittau das Wasser kommt. Nur wenige Stunden, nachdem das Hochwasser im indischen Leh gekommen ist. In Zittau lässt der Regen kleine Flüsse anschwellen und über die Ufer treten, in Nordindien setzen sintflutartige Regenfälle alles unter Wasser. Dutzende Menschen sterben. Es ist der gleiche Regen, der auch Pakistan überflutet. Das Ausmaß der Katastrophe ist mit dem in Sachsen nicht zu vergleichen. Die beiden Zittauer haben Glück. Die Schlammlawinen der ersten Nacht hinterlassen an dem Haus ihrer Gastfamilie nur wenig Schaden. Am Abend des 6.August klettern Anke und Mike Wohne mit Hunderten Einheimischen auf den Berg Shanti-Stupa. 500 Treppenstufen aufwärts bedeuten Sicherheit. Unten wird die Stadt völlig verwüstet. Wohnes brauchen eine neue Bleibe und finden sie in einem Yogazentrum, in dem Mike Wohne zuvor schon unterrichtet hatte. Von der Flut in der Lausitz ahnt das Paar zu diesem Zeitpunkt noch nichts. Der Kontakt zur Außenwelt ist abgebrochen. Strom und Telefon funktionieren nicht mehr. Sie machen sich eher Sorgen, weil sie kein Lebenszeichen an Verwandte und Freunde senden können. Erst Tage später erfahren Anke und Mike Wohne vom Hochwasser in Zittau. Freunde und Mitbewohner aus ihrem Haus schreiben Mails, schicken Fotos. Anke Wohne laufen die Tränen, als sie die Bilder aus Ostsachsen und von ihrem Haus sieht. Dass Mandau und Neiße solche Schäden anrichten könnten, hätte sie zuvor nicht geglaubt. Das geht den Menschen in Nordindien ähnlich. Niemals zuvor, erzählen sie den Wohnes, habe es dort so lange und so intensiv geregnet.

Die Wohnes sind hilflos: Sie bitten Freunde und Verwandte, in Zittau beim Ausräumen, Saubermachen und Trocknen zu helfen. Der Keller stand unter Wasser. Dort hatten sie für die Zeit ihres Indienaufenthaltes viele Sachen untergestellt. Mit Waschmaschine und Trockner beläuft sich der Schaden auf 7000 Euro. Wann
sie Zittau zum nächsten Mal sehen, ist ungewiss. Vielleicht erst in zwei Jahren. „Es ist eine surreale Vorstellung, dass wir in Indien bei unserer Hilfe bis über beide Ohren im Schlamm steckten und zeitgleich gute Freunde uns zu Hause halfen, die Sachen aus unserem Keller zu räumen.“

In Indien hingegen können Wohnes beim Aufräumen selbst mit anfassen. In dem Ort Choglamsar sind zwei Drittel der Häuser verschwunden, viele weitere Gebäude nicht mehr nutzbar. Mit anderen Freiwilligen und den Einwohnern schaffen Anke und Mike Wohne den meterhohen Schlamm aus den Häusern. An vielen
Stellen brennen Opferfeuer in Gedenken an die Toten, die die Flut gefordert hat. Die indische Regierung habe der Region schnelle Hilfe versprochen. Mike Wohne sieht das skeptisch. „Ich glaube, dass die Menschen auf sich selbst gestellt sind“, sagt er.

Am 16. August verlässt das Paar schließlich das Hochwassergebiet und kehrt zurück in die Mitte Indiens. Der Alltag im fernen Land hat sie wieder. Mike Wohne, der in der Lausitz die grenzüberschreitenden Schkolas aufgebaut hat, will Kontakte zu indischen Schulen knüpfen und Partnerschaften aufbauen. Im Ort
Vishwaneedam werden sie schon bald einen Schulverein gründen. Mit zehn Kindern zwischen drei und fünf Jahren ist die neue Schule gerade gestartet. Jetzt, nach der Regenzeit, beginnt der Alltag. Die Schule entwickle sich schon jetzt zu einem Treffpunkt und einer Bildungsstätte für die ganze Region, berichtet
Wohne. Die Flutregion Ladakh wird er nicht vergessen. Die Wohnes wollen Kontakt halten und 2011 wieder dorthin reisen, um zu sehen, ob die indische Regierung ihr Hilfeversprechen gehalten hat. Ihre Wohnung in Zittau werden sie bis dahin nicht selbst gesehen haben.
 

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